01 Jan

Karin van Vliet - Beauty Museum Vienna

Es ist eine Leidenschaft, eine nicht enden wollende Begeisterung - das Sammeln antiker Schönheitsprodukte. Vor mehr als 25 Jahren begann ich damit.

Lieblingsflohmarkt „Marché aux Puces“ in Paris  -  plötzlich funkelte mir ein kleines, goldenes Etwas entgegen - einer der ersten mit Drehhülse gefertigten Lippenstifte, ca.1890,  fand sich plötzlich in meiner Hand wieder. Ich drehte ihn vorsichtig auf. Ein dunkles kräftiges Rot, nach ranzigem Fett riechend, legte nun den Grundstein meiner Sammlung.

01 Jan

Mache deine Leidenschaft zu deinem Beruf

"Was willst du werden"? fragt meine Mutter. Sie schminkt sich gerade.

Jeden Tag schminkt sie sich. Sie schminkt sich stark. Hellblauer Lidschatten, schwarzer Kajal und pinkfarbene Lippen. 

"Ich möchte so werden wie du", sage ich.

Das Jahr - 1970.

Es gibt kein Youtube, es gibt keine Videos, es gibt nur meine Mutter, die sich schminkt und ich schaue ihr zu.

"Mache deine Leidenschaft zu deinem Beruf und du wirst nie arbeiten müssen". "Das ist gut" denke ich.

01 Jan

Pasta Pompadour

Pasta Pompadour, zahlreiche Werbeeinschaltungen fand ich in Zeitschriften um 1900. Wie auch heute galt die Devise - Werbung muß man oft schalten, damit sie beim Kunden auch ankommt. 

Pasta Pompadour - überall zu haben, auch in der Parfumerie RIX, Praterstrasse 16... Wie gerne würde ich eine Zeitreise durch die alten Wiener Parfumerien machen. Wie es wohl gerochen hat? All die Cremetiegeln aus feinem Porzellan, Parfumflaschen aus Kristallglas, kunstvoll bestickte Haarbürsten und liebevoll bemühte Verkäuferinnen mit perfekt sitzender Frisur, umhüllt mit zartem Parfumduft, um die Kunden zu betören.

"Gnädige Frau, einen neuen Duft hätt´n wir ins Haus bekommen, möchten Gnädigste ein bisserl probieren? Wird dem ehrenwerten Herrn Gemahl sicher von großer Freud sein! "

01 Jan

Antike Schaufensterpuppen

Es gab ein altes Berufsbekleidungsgeschäft in einer kleinen, grauen Gasse in Wien, die ich täglich auf meinem Schulweg, als Kind in den 70er Jahren, durchquerte. Ich sah die alte Schaufensterpuppe, in weißen Kitteln gekleidet. Immer gleich, immer farblos, immer allein.

"Heute hat sie einen bunten, geblümten Kittel angehabt!" "Das ist ein Hauskleid", erklärte mir meine Mutter.

"Heute hat sie das erste mal gelächelt!" "Ja, sicher", sagte meine Mutter.

Sie hat gelächelt, die einsame Puppe. Sie liebt Farben. Wie ich.

Das Geschäft gibt es schon lange nicht mehr, die Schaufensterpuppe schon.

Sie trägt jetzt bunte Kleider - in meinem Beauty Museum. Sie lächelt.

Einige alte Kolleginnen aus anderen, mir unbekannten Geschäften, haben sich schon zu ihr gesellt.

Abwechselnd  dürfen sie wieder in die Auslagen, so wie sie es früher taten. Alle lieben es, bewundert und fotografiert zu werden.

Die Fotoapparate sind anders, moderner geworden. Auch Handysticks sind oft auf sie gerichtet, doch das stört sie nicht.

Die Schaufensterpuppengruppe wächst weiter. 

Kein Ende in Sicht.

01 Jan

Historische Werbungen

Ich liebe meine Stadt und ich liebe alte Schminkprodukte.

Was gab es an Beautygeheimnissen im alten Wien? Welche Firmen existierten, welche Schönheitsprodukte haben sie hergestellt? 

Längst nicht mehr existierende Schminkprodukte früherer Zeiten, fand ich abgebildet in alten Zeitungen.

Also begann ich, historische Frauenzeitschriften zu sammeln. Jede gefundene Anzeige, jede Beschreibung, jede Adresse, wo diese Produkte erhältlich waren, sind wie ein kleiner Schatz für mich.

Je mehr ich entdeckte, umso größer wurde meine "Wiener Schönheitslandkarte", das historische Beautypuzzle meiner Stadt.

Wann bist du fertig?

Es gibt kein Ende, es geht immer weiter. Die Suche ist Sucht.

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